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Gütetermin beim Arbeitsgericht: Hahn-Prokurist kämpft gegen Kündigung


Unstimmigkeiten Geräte der Flughafenfeuerwehr privat genutzt? - Gütetermin beim Arbeitsgericht - Unruhe hinter den Kulissen

Rheinland-Pfalz - Stefan Maxeiner war mal ein mächtiger Mann am Flughafen Hahn. Der frühere Prokurist ist für sein gutes Netzwerk in der Flughafenszene bekannt. "Wenn die Verhandlungen heikel wurden, stieg Maxeiner zu", erzählt man am Flughafen.

Von unserem Redakteur Dietmar Brück

Heute steigt der einstige Chef der Verkehrsleitung in eigener Sache in den Ring. Die Flughafengesellschaft hat ihm vor einigen Wochen die Kündigung ausgesprochen, weil sie die gegenseitige Vertrauensbasis als zerstört ansieht. Dagegen wehrt sich Maxeiner.

Der Fall wird heute in einem Gütetermin im Sitzungssaal 1 vor dem Arbeitsgericht Bad Kreuznach verhandelt. Eine Mitarbeiterin bestätigte gegenüber unserer Zeitung den Verhandlungstermin "Stefan Maxeiner gegen Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH". Hintergrund des Rechtsstreits: Maxeiner soll ein mit einem Kran ausgestattetes Fahrzeug der Flughafenfeuerwehr privat genutzt haben, um Bäume über den Zaun seines Privatgrundstücks zu hieven. Diese wurden anschließend gepflanzt.

Mitarbeiter: Nur eine Lappalie

Mitarbeiter des Hunsrück-Airports sehen darin eine Lappalie. Es entspräche den familiären Strukturen am Hahn, auch einmal ein dienstliches Gerät privat nutzen zu können. "Man hilft sich gegenseitig", meinte ein Mitarbeiter, "so etwas ist doch kein schwerwiegender Verstoß gegen arbeitsvertragliche Pflichten." Andere sind da nicht so entspannt. Eine Gruppe um den Hahn-Geschäftsführer Heinz Rethage möchte offenbar mit diesen Gewohnheitsrechten an dem hoch defizitären Fliegerhorst brechen. Dass Stefan Maxeiner die Kündigung erhielt, ist ein deutliches Indiz für den geänderten Kurs.

Maxeiner, einst ein enger Vertrauter des früheren Airport-Chefs Jörg Schumacher, weht am Flughafen schon länger ein harter Wind ins Gesicht. 2009 war er in ein Geschäft verwickelt, dessen Zustandekommen heute noch Rätsel aufgibt (wir berichteten). Der Vertrag mit dem Dienstleiter für die Passagierabfertigung (SSD) wurde frühzeitig bis 2014 verlängert. Wenig später übernahm Maxeiners Ehefrau, Dagmar Maxeiner-Müller, die Firma.

Flughafenchef Schumacher und Prokurist Maxeiner erhielten eine Rüge vom Aufsichtsrat für dieses anrüchige Geschäftsgebaren. Zu weiteren Konsequenzen kam es nicht, weil eine eilig angefertigte Expertise der Rechtsabteilung des Flughafens die Vorgehensweise absegnete. Doch der damals federführende Jurist gab später zu, dass er sich lediglich dem Druck der Flughafenleitung beugte.

Maxeiner, der schwer erkrankt ist, hinterlässt ein zwiespältiges Bild. Am Hahn soll er stets zum Zuge gekommen sein, wenn es unbequeme Personalentscheidungen durchzudrücken galt. "Stefan Maxeiner war der Mann für Grobe", heißt es. Andere beschreiben ihn indes als "Seele von Mensch", bekannt für seine Hilfsbereitschaft. Vielleicht liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen.

Rethage lässt nicht locker

Am Hahn scheint nicht entschieden, wie hart Unregelmäßigkeiten bekämpft werden sollen. Die Wirtschaftsprüfer von Dornbach schauen sich zwar alle bekannten Fälle an, aber noch gibt es kein Ergebnis. Überhaupt scheint man im Aufsichtsrat und in Mainz nicht erbaut, dass Geschäftsführer Rethage nicht locker lässt. Als Sanierer ist er geschätzt. Aber ansonsten wollen Politik und Aufsichtsrat offenbar vor allem Ruhe am Hahn. Doch Rethage scheint nicht gewillt, sich einnorden zu lassen. Notfalls tritt er lieber den Rückzug an, heißt es im Hunsrück.

(Rhein-Zeitung vom 10.12.2013)