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Hahn - mehr Strecken auf Streichliste?

Von Markus Lachmann
HUNSRÜCK-FLUGHAFEN Im Juli Einbruch bei Passagierzahlen / "Flughafensteuer verantwortlich"

Der Flughafen Hahn hatte im Juli einen drastischen Einbruch bei den Passagierzahlen zu vermelden: So sank die Zahl der Fluggäste im Vergleich zum Juli 2010 von 392 000 auf 308 000 oder um rund 21 Prozent. Eine Sprecherin des Hunsrück-Flughafens bestätigte entsprechende Angaben der "Bürgerinitiative gegen den Nachtflughafen Hahn". Allerdings sei dies "nichts Neues"; der Rückgang resultiere aus Streckenstreichungen durch den Hauptkunden Ryanair und der seit 1. Januar erhobenen Luftverkehrsabgabe. "Das wird sich jeden Monat fortsetzen", erklärte die Sprecherin. Auch sei im Winter mit weiteren Streichungen durch die irische Airline zu rechnen. Medien hatten im Juli berichtet, dass zum Winterflugplan die Zahl der Ryanair-Ziele von 44 auf 31 sinken werde.

Wie die BI erklärte, handelte es sich um den schlechtesten Juli-Wert seit 2005 - damals seien rund 295 000 Passagiere gezählt worden. Die Bürgerinitiative bezieht ihre Zahlen vom Flughafenverband ADV, der seine Informationen wiederum direkt vom Flughafen Hahn erhält.

Insgesamt war die Passagierzahl am Hunsrück-Airport in den ersten sieben Monaten des Jahres 2011 rückläufig. Sie sank von knapp zwei Millionen auf 1,7 Millionen Passagiere oder um fast 15 Prozent. Darunter seien rund 31 000 US-Soldaten gewesen, hieß es von der BI. Nur noch die Hahner Polizei liefere positive Schlagzeilen, ätzte die Bürgerinitiative. Die Flughafensprecherin kritisierte letztere Zahl allerdings: Man könne nicht ohne weiteres jeden Transitpassagier den Soldaten zurechnen.

Im Oktober vergangenen Jahres hatte Ryanair angekündigt, auf dem Hahn fast ein Drittel seiner Flüge zu streichen sowie drei von elf stationierten Maschinen zurückzuziehen. Rund 150 Flüge pro Woche sind seitdem aus dem Programm genommen worden. Das Unternehmen begründet dies mit der Luftverkehrsabgabe. Der Flughafen legte zudem den weiteren Ausbau seines Terminals im vergangenen Jahr auf Eis.

Der Flughafenverband ADV rechnet damit, dass die neue Steuer insgesamt 6 000 Arbeitsplätze an deutschen Flughäfen kosten wird.

(Allgemeine Zeitung vom 01.09.2011)