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Shuttleservice flibco
Angebot wird ausgeweitet
Der "low-cost"-Bus-Service will in einem Jahr 100.000 Gäste befördern

Ronny Wolff

Der Shuttle Service flibco.com von Sales-Lentz erweitert das Angebot und steuert nach Frankfurt-Hahn ab dem 1. Juli den Flughafen von Charleroi an. Die Verantwortlichen des "low-cost" Shuttle peilen für das erste Jahr mindestens 100 000 Fahrgäste an.

Ab Juli wird flibco.com 24 Transfers pro Tag ab Metz, Thionville, Luxemburg und Arlon nach Charleroi anbieten. Der Flughafen habe sich sehr stark entwickelt und die Kunden hätten diese Linie gefordert, unterstreicht der Direktor für Transport und Vertrieb von flibco, Wolfgang Schroeder. Der belgische Flughafen fliegt derzeit 80 Ziele an.

Zubringerdienst ab Metz

Die Marke Flibco früher easybycoach beförderte letztes Jahr 230.000 Passagiere zum deutschen "low-cost"-Flughafen Frankfurt- Hahn. Für Charleroi erwartet Sales-Lentz jeden Monat 12.000 Gäste. Um rentabel zu werden, sollten es wenigstens 100.000 pro Jahr sein, meinen die Verantwortlichen. Auch bei der neuen Linie wird es einen Zubringerdienst ab Metz geben, der die französischen Passagiere zum Parking Bouillon bringt, wo die Reise dann nach Charleroi weitergeht. Der Bus braucht ungefähr zwei Stunden um den "Brussels South Charleroi Airport" (BSCA) zu erreichen.

"Wir haben 2004 zwischen Frankfurt und Charleroi geschwankt", sagt Marc Sales, geschäftsführender Gesellschafter von Sales-Lentz. Der deutsche Flughafen hatte damals die Nase vorn, aber das Transportunternehmen hat die Entwicklung des belgischen Standorts weiter verfolgt. Heute hat Charleroi seinen Konkurrenten überholt. Der belgische Flughafen hat sich stark entwickelt und der Ausbau ist noch lange nicht abgeschlossen, wenn es nach dem Willen des wallonischen Ministers für Flughafen-Politik, André Antoine, geht. Letztes Jahr beförderte nutzten vier Millionen Passagiere den Flughafen, 100 000 mehr als Hahn. Dieses Jahr soll die fünf Millionen-Marke geknackt werden. Vor 12 Jahren nutzten 200 000 Passagiere den Flughafen, zehn Jahre später waren es schon drei Millionen.

Die Flughafenleitung weiß, dass der Airport nicht jedes Jahr einen Zuwachs von einer Million Gäste erreichen wird. Dennoch muss Charleroi in die Zukunft investieren. Der neue Terminal ist für ungefähr fünf Millionen Passagiere ausgelegt. Um langfristig zu arbeiten, wollen die Verantwortlichen einen Plan für die nächsten Jahre ausarbeiten.

Sieben Fluggesellschaften nutzen den Flughafen. Der wichtigste Anbieter bleibt natürlich Ryanair, der 80 Prozent des Flughafenbetriebs ausmacht. Wizzair ist der drittgrößte "low-cost"-Anbieter in Europa. Der Flughafen verhandele derzeit mit weiteren Gesellschaften, aber das Wichtigste bleiben die neuen Destinationen, unterstreicht der belgische Minister. Der belgische Standort ist stärker nach Nordafrika ausgerichtet als Frankfurt-Hahn. Auch die Türkei ist im Programm.

Konkurrenz für die Hahn-Linie

Die neue Linie werde sicherlich an der erfolgreichen Hahn-Linie kratzen, meint Marc Sales, denn die Kunden können jetzt einfacher nach Charleroi ausweichen. Der "low-cost"-Shuttle erhofft sich einen ähnlichen Erfolg bei der preisbewussten Kundschaft. Die Preise gehen ab fünf Euro pro Person aufwärts bis zu einem Maximum von 22 Euro, wenn man die Tickets online bestellt. Beim Fahrer kostet das Ticket 27 Euro. Zum Vergleich: Der Parkingpreis für eine Woche beträgt in Charleroi 65 Euro. Der Airport hat ermittelt, dass 60.000 Luxemburger über Charleroi verreisen. Das Angebot könnte sich auch als eine weitere Konkurrenz für den Luxemburger Flughafen und Luxair erweisen, auch wenn Marc Sales unterstreicht, dass die Kundschaft nicht die gleiche sei.

Der Vorteil der Onlinebuchung sei, neben den niedrigen administrativen Kosten, auch die Flexibilität. So kann Sales-Lentz einen größeren oder einen weiteren Bus einsetzen, wenn die Kapazität erhöht werden muss. Dies komme vor allem in den Ferienzeiten vor, unterstreicht Wolfgang Schroeder. Um die Flexibilität auch in diesem Bereich zu steigern, bietet flibco.com eine "application" für das iPhone an, mit der man Buchungen vornehmen kann.

Das Unternehmen testet derzeit mit Orange ein gratis Wifi-Angebot auf ihren Linien nach Hahn, das auch auf der Charleroi-Strecke angeboten werden soll. Das Unternehmen investiert ganz gezielt in diese Verbindung. Vier Busse für je 300 000 Euro wurden angeschafft und für diese Route hat Sales-Lentz sechzehn neue Mitarbeiter eingestellt.

(Luxemburger Wort vom 09.06.2010)