Nicht nur Konkurrenz für Lufthansa, sondern insbesondere auch für Aeroflot und deren Flüge nach China!

Zurück zur Übersicht

drucken

Jade Cargo nimmt Leipzig-Flüge auf Konflikt mit Mutterkonzern Lufthansa?

Die Lufthansa-Tochter Jade fliegt demnächst den Flughafen Leipzig an. Dadurch könnte sie schon bald ihrem Mutterkonzern direkt Konkurrenz machen.

Leipzig. Die chinesische Lufthansa Cargo-Tochter Jade Cargo International wird ab Anfang März erstmals Deutschland anfliegen. Zielflughafen ist Leipzig/Halle, der per Großraumfrachter B747-400ER bedient wird. Geplant sind zwei Umläufe pro Woche, die vom Jade-Heimatflughafen Shenzhen, über Leipzig/Halle, weiter nach Stockholm und zurück in die südostchinesische Metropole an der Perlflussmündung geführt werden.

Die neue Route ist Teil einer Marktoffensive von Jade in Europa, die neben der Leipzig-Strecke ab März auch vermehrte Flüge nach Amsterdam sowie Veränderungen der Flüge nach Brescia und Barcelona beinhaltet. Möglich wird diese Ausweitung des Flugprogramms durch die Übernahme des dritten B747-400ER-Frachters, der am 26.2. an Jade ausgeliefert werden soll.

Mit der Leipzig-Entscheidung könnte Jade in Konflikt mit der Muttergesellschaft Lufthansa Cargo kommen, die im Rahmen ihrer Zusammenarbeit mit DHL auf internationalen Routen ab Anfang 2008 voraussichtlich einen Teil ihrer Frachterflotte von Köln/Bonn abziehen und zum sächsischen Flughafen verlegen wird. Da LH Cargo infolge der Gemeinschaftsdienste mit DHL auch Hongkong anfliegt, bedienen Jade und ihre Muttergesellschaft ab dem kommenden Jahr durch diese Routenführung nahezu identische Märkte. Der Frachtverkauf für Jade in Deutschland wird künftig durch Swiss WorldCargo organisiert. Die Frachtdivision der Schweizer Swiss ist neben Deutschland noch in Frankreich, der Schweiz sowie Italien Vertragsagentur für den Cargovertrieb von Jade.

An Jade Cargo International ist Lufthansa Cargo mit 25 Prozent beteiligt. Außerdem stellt der deutsche Frachtflieger für die Dauer von 30 Jahren das Top-Management bei Jade. Die übrigen Anteilseigner sind Shenzhen Airlines (51 Prozent) und die DEG Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (24 Prozent).

(Logistik-Inside vom 11.02.2007)