Soviel zu der Aussage: Die Bilanzzahlen auf dem Flughafen Frankfurt-Hahn weisen weiterhin nach oben:
Umsatzerlöse sinken trotz "stark gestiegener Passagierzahlen" um 6,4 Prozent!

und vor allem zur Aussagekraft der Passagierzahlen für die Bilanz!

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Passagierzahlen steigen weiter

Die Flughafen-Frankfurt-Hahn-GmbH erweitert den Terminalbereich durch An- und Umbau Shop-Einnahmen sind zu niedrig

Die Bilanzzahlen auf dem Flughafen Frankfurt-Hahn weisen weiterhin nach oben. Allerdings ist das Streckennetz trotz Erweiterung ständig in Bewegung. Die Geschäftsführung reagiert mit Investitionen und Ausbau der Infrastruktur auf die bevorstehende Steigerungen der Passagierzahlen.

FLUGHAFEN HAHN. In den ersten neun Monaten des Jahres 2007 steigerte der Flughafen Frankfurt-Hahn seine Passagierzahlen um 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Bis September nutzten insgesamt 3 135 135 Passagiere den Hunsrück-Airport. Und das, obwohl Ryanair mehrere Strecken im Verlauf des Jahres eingestellt hat: Billund (Dänemark), Nantes und Marseille (beide Frankreich), Kattowitz (Polen), Genua und Triest (beide Italien) und Shannon (Irland) werden nicht mehr angeflogen. Die Bürgerinitiative Nachtflughafen Hahn macht darin einer Negativ-Trend aus. Die Flughafen-Frankfurt-Hahn-GmbH sieht das anders: Der August 2007 war mit 414 091 Passagieren der bisher erfolgreichste Monat überhaupt auf dem Hahn. Insgesamt steigerte sich die Zahl der Linienpassagiere von Januar bis September um 17 Prozent auf 3 071 416. 2 624 718 waren es im Vorjahreszeitraum. Längere Flugstrecken kommen hinzu: "Wir fliegen ab diesem Winter erstmals Fuerteventura und Teneriffa an", so die Mitteilung der Hahn-GmbH.

"Ryanair hat an seiner Geschäftspolitik nichts geändert. Strecken mit zu wenig Auslastung werden eben vom Flugplan gestrichen", kommentiert Geschäftsführer Jörg Schumacher den Rückzug der Iren von einigen Strecken.

Die Iren nutzen ihren "Platzhirsch-Status" in Europa aus - was sich auch auf dem Hahn bemerkbar macht. Nachdem Wizz-Air vom Hahn aus nicht mehr nach Budapest fliegt, hat Ryanair diese Strecke ins Programm genommen. "Wenn Ryanair noch mehr Verkehrsrechte in Osteuropa bekommt, werden die ihr Streckennetz dorthin ausweiten", ist Schumacher überzeugt. Er rechnet damit, dass Wizz-Air demnächst Ziele im ehemaligen Jugoslawien bedienen wird

Der Hahn-Geschäftsführer geht davon aus, "dass es zum nächsten Sommerflugplan zu einer massiven Aufstockung der Flüge sowie der auf dem Hahn stationierten Maschinen kommen wird". Turnusmäßig hinken die Iren derzeit mit der geplanten Stationierungsanzahl ihrer Flugzeuge auf dem Hahn zwar hinterher, doch Schumacher ist überzeugt, dass im Frühjahr nicht die eine geplante Boeing 737 auf dem Hahn hinzukommen wird, sondern zwei, und im Herbst sollen dann noch mal zwei dazukommen, so Schumacher. "Wir erwarten im Frühjahr ein Feuerwerk mit neuen Strecken", so der Geschäftsführer.

Zu den Erweiterungsplänen auf dem Hahn äußerte sich Schumacher wie folgt: "Im Frühjahr wollen wir mit dem Terminalanbau beginnen. Nach Westen hin, anschließend an das ehemalige Terminalgebäude I, wird angebaut, und zwar bis zum Tower. Der Tower-Komplex, der noch aus der Amerikaner-Zeit stammt, bleibt erhalten. "Allerdings werden wir sein Erscheinungsbild anpassen und die sandbraune Farbe entfernen", so Schumacher.

Ebenfalls erweitert wird im Terminal, Die Shopzonen sollen attraktiver werden. Derzeit nimmt der Hahn dort 70 Cent pro Fluggast ein. In London-Stanstead sind es fünf Euro. In Frankfurt verdient man 2,80 Euro. "Da liegen wir zu niedrig. Wir werden versuchen, die bestehenden beiden Sicherheitsbereiche zusammenzubekommen und in dem dortigen neuen Sicherheitsbereich einen großen Marktplatz entstehen zu lassen", so der Hahn-Manager. Nachweislich sitzt Fluggästen nach Passieren der Sicherheitskontrolle das Geld lockerer. Im Ankunftsbereich wird sich im nächsten Jahr auch einiges tun: Es wird eine neue Ankunft im Neubaubereich eingerichtet. Die jetzige Ankunft unter dem Restaurant Flyer One soll in Gates umgewandelt werden. "Und Ende des Jahres wollen wir den sogenannten Common-Check-in einführen. Fluggäste können dann an jedem beliebigen Schalter einchecken. Dafür schaffen wir Computer an. Durch den PC-Betrieb wird allerdings Personal eingespart", räumt der Geschäftsführer ein.

Thomas Torkler

(Hunsrücker Zeitung vm 18.10.2007)