BI will Hahn die Flügel stutzen

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Bürgerinitiative will Hahn die Flügel stutzen

Lockangebote für Fluggesellschaften kritisiert
Betreiber weisen Vorwürfe zurück

HAHN. Einen Stop aller direkten und indirekten Subventionen und ein Nachtflugverbot für den Flughafen Hahn fordert die Bürgerinitiative Gegen den Nachtflughafen Hahn.
Mit Steuermitteln von fast 100 Millionen Mark sei der ehemalige Fliegerhorst der US-Luftwaffe zum Nachteil der Anwohner und der Umwelt umgebaut worden. Nun habe die Betreibergesellschaft Schwierigkeiten, ihn auszulasten, berichtete die Bürgerinitiative.

Mangels eines regionalen Marktes versuche die Hahn GmbH & Co. KG daher, mit fragwürdigen Lockangeboten für Fluggesellschaften die Kosten der benachbarten Flugplätze in Saarbrücken, Köln-Bonn, Luxemburg, Maastricht, Lüttich, Ostende und Metz-Nancy zu unterbieten. Deswegen verringere sie die Auflagen des Lärmschutzes und ermögliche "nahezu uneingeschränkt" Nachtflüge. Mit extrem niedrigen Landegebühren lockt die Betreibergesellschaft nach Darstellung der Bürgerinitiative Billiggesellschaften mit sehr lauten Flugzeugen an.

Die Hahn GmbH & Co. KG wies die Vorwürfe zurück. Die Gebührenordnung des Flughafens sei vom rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium genehmigt und für jeden einsehbar, sagte Sprecherin Christin Kaufmann. Für Lärmschutzmaßnahmen wie etwa Erdwälle und Schallschutzfenster in Privathäusern investiere die Gesellschaft in der näheren Zukunft sieben Millionen Mark. Ältere lautere Maschinen dürften nur zwischen 6 und 22 Uhr den Flughafen anfliegen.

(Trierischer Volksfreund v. 19.06.1999)