Flugplatz Hahn an Wayss & Freytag verschenkt

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..."Flughafen Hahn verschenkt - Hunsrück ausgeliefert"
Bürgerinitiative interpretiert Kaufvertrag - Mainzer Wirtschaftsministerium widerspricht: "Falsch gerechnet"

FLUGHAFEN HAHN. GLA. "Der Kaufpreis von 36,8 Millionen Mark wird niemals gezahlt werden." Dies behauptete gestern die Hunsrücker Bürgerinitiative (BI) gegen den Nachtflughafen Hahn.

Der Kaufvertrag zwischen Bund und Holding Unternehmen Hahn (74,9 Prozent Wayss & Freytag mit Partner, 25,1 Prozent Land Rheinland-Pfalz) sieht vor, daß nach Wirksamwerden des Vertrages zunächst 16,6 Millionen Mark vom Kaufpreis zu zahlen sind ' Die Zustimmung des Bundes liegt aber noch nicht vor. Für die Beseitigung von Altlasten haftet der Bund zu 90 Prozent bis zur Höhe des Verkaufspreises.

Inzwischen hat das Land Rheinland-Pfalz mit der Holding einen Kaufvertrag über 48 Millionen Mark für die Landespolizeischule abgeschlossen, die zum Jahresende bezugsfertig wird. Die BI verrechnet die erste Rate des Kaufpreises für den Flughafen mit einer Abschlagszahlung des Landes in Höhe von 18 Millionen Mark für die Polizeischule. Gehe man davon aus, daß der Rest der Kaufsumme wohl in voller Höhe mit den Kosten der Altlastensanierung verrechnet werde, sei der Flughafen verschenkt worden. Damit habe Wirtschaftsminister Brüderle den Hunsrück einem "risikoscheuen, skandalumwitterten Frankfurter Multi" ausgeliefert. "Falsch gerechnet", entgegnete das Mainzer Wirtschaftsministerium: Die Altlastenregelung diene nur dazu, die vereinbarte Kaufsumme nach oben abzusichern. Geld vom Bund gebe es nur für erfolgte Leistungen. Der erste Abschlag für die Sanierungskosten der Landespolizeischule werde erst zum 1. Oktober fällig und entspreche mit 12,7 Millionen Mark den bis dahin entstandenen Bauleistungen.

(Hunsrücker Zeitung vom 02.09.1995)