Triwo investiert Millionen in den Terminalausbau am HahnUm weitere Airlines anzulocken und neue Flugziele anbieten zu können, investiert der Trierer Betreiber in den Flughafen Hahn. Dafür bringt er eine große Menge Geld auf. |
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Trierischer Volksfreund Es wird gehämmert, gebohrt, gestrichen, erneuert und aufpoliert: Seit einigen Wochen wird das Terminal am Flughafen Hahn umfangreich saniert und fit für die Zukunft gemacht - und das während des laufenden Flugverkehrs. Ein Kraftakt fürs Personal und eine Voraussetzung für mehr Passagiere und Fracht. Denn bis zum Jahr 2030 will der Betreiber, die Trierer Triwo AG, rund 60 Millionen Euro in den ehemaligen US-amerikanischen Militärflugplatz investieren und Passagierund Frachtzahlen gesteigert haben. "Schritt für Schritt wollen wir ein gesundes und nachhaltiges Wachstum erreichen", sagt Peter Adrian,Vorstandsvorsitzender der Triwo AG gegenüber dem Volksfreund. Was das für ihn konkret bedeutet, liefert er gleich nach: "Wir haben in diesem Jahr auf dem Hahn rund 2,3 Millionen Passagiere abgefertigt. Perspektivisch sehen wir ein Potenzial von drei Millionen Passagieren und mehr", sagt er. Das sei aber nur durch die neue und umgebaute Infrastruktur möglich. Mit 2,3 Millionen Passagieren im vergangenen Jahr hat der Hahn sein Potenzial weiter gesteigert - mit einem Plus von rund 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr mit 1,9 Millionen Passagieren. Diese Zahlen will die Triwo, seit 2023 Eigner der Flughafengesellschaft, nun weiter ausbauen. Der Flughafen Hahn ist 1993 vom US-amerikanischen Militärflughafen zum zivilen Verkehrsflughafen geworden. Das Besondere an dem Hunsrück-Airport: Er hat infolge der vorherigen Nutzung die Erlaubnis zum 24-Stunden-Flugbetrieb, sodass bereits im Frachtverkehr international agierende Airlines ihre Waren über Lautzenhausen nach Deutschland und Europa bringen. Gibt es bald eine Passagier-Verbindung vom Flughafen Hahn in die Türkei? Diese Betriebserlaubnis will die Triwo AG nun auch verstärkt in Verhandlungen mit neuen Fluggesellschaften um weitere Fluggäste auf dem Hahn in die Waagschale werfen. "Wir werden in diesem Jahr gezielt Fluggesellschaften ansprechen und ihnen vorschlagen, entsprechende Verbindungen aufzunehmen", sagt Triwo-Vorstandsmitglied Jan Glockauer dem Volksfreund. Traumziel für die Betreiber ist eine direkte Flugverbindung für Touristen und Geschäftsleute in die Türkei. "Denkbar wäre, dass ein Flugzeug am späten Abend in der Türkei startet, in der Nacht auf dem Hahn landet und am frühen Morgen wieder zurückfliegt", sagt Glockauer - "faktisch ein zusätzlicher Urlaubstag für den Fluggast und ein effizienter Einsatz der Maschine". Deshalb putzt sich der Hunsrückflughafen heraus - für mögliche neue Airlines, neue Passagiere und als Arbeitsplatz für heute bereits mehr als 2000 Beschäftigte und mehr als 40 Reise- und Geschäftsrouten. Denn jahrelang herrschte großer Investitionsstau am Hahn: Schon bei der Übernahme aus der Insolvenz sagt Peter Adrian vor drei Jahren, dass große Investitionen in den Airport notwendig seien, um ihn fit für die Zukunft zu machen. Und dazu nun die jeweils jährlich mehr als zweistellige Millionen-Investition. Hauptnutzer am Hahn für den Passagierbetrieb ist die irische Airline Ryanair, die seit 1999 nach eigenen Angaben mehr als 50 Millionen Fluggäste über den Hunsrück abgefertigt hat. Auch sie wird voraussichtlich ihre Passagierzahl erhöhen. Denn beim Flottenumbau werden künftig ab spätestens 2027 überwiegend die größeren Boeing 737 Max 10 eingesetzt. Statt wie bislang maximal 199 Passagieren pro Flug sollen dann 228 Menschen mitfliegen können. "Davon versprechen wir uns nicht nur zusätzliche Flüge, sondern auch größere Flugzeuge mit höheren Sitzplatzkapazitäten und damit einen weiteren Anstieg der Passagierzahlen", sagt Triwo-Vorstand Glockauer. Ein Ziel rückt inzwischen in greifbare Nähe: Im ersten kompletten Jahr als Betreiber in 2024 belief sich der Betriebsverlust laut der Triwo am Hahn noch auf rund 8,4 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr hat sich dieser laut Betreiber-Chef Adrian auf voraussichtlich 4,2 Millionen Euro halbiert. Und wann kommen die Kehrtwende und der sogenannte "Break-even", also der Einstieg in die Gewinnzone? "Wenn nicht 2026, so hoffen wir dies für 2027. Denn angesichts des Umbaus am Terminal wollen wir die Passagierzahlen 2026 halten, und das bei etwas weniger Verkehr", sagt Adrian. Denn der Umbau soll für "eine deutlich verbesserte Aufenthaltsqualität sorgen - auch für die Region", stellt Glockauer in Aussicht. Die Perspektive: neue Einkaufsmöglichkeiten, womöglich 24 Stunden an sieben Tagen die Woche. |
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(Trierischer Volksfreund vom 02.02.2026)