Zwei Investoren fliegen auf den HahnOffenbar ist die Nürburgring-Betreibergesellschaft nicht der einzige mögliche neue Käufer des Flughafens. Der Insolvenzverwalter bestätigt, dass es zwei gültige Verträge gibt. Was dahinter steckt. Von Bernd Wientjes HAHN: Offenbar gibt es zwei gültige, neue Kaufverträge für den Flughafen Hahn. Das bestätigte der Insolvenzverwalter des Hunsrückairports, Jan Markus Plathner, am Samstag. "Wir haben in den vergangenen Wochen intensiv weiterverhandelt und einen Kaufvertrag notariell beurkunden lassen. Zusätzlich haben wir mit einem anderen Investor einen zweiten Kaufvertrag verhandelt und ebenfalls notariell beurkunden lassen, für den Fall, dass im ersten Vertrag gesetzte Bedingungen nicht eintreten." Damit soll offenbar verhindert werden, dass möglicherweise erneut der Verkauf des seit Oktober 2021 insolventen Flughafens platzt. Erstmals bestätigte Plathner offiziell, dass das eigens gegründete Unternehmen Swift Conjoy, das im Juni vergangenen Jahres den Hahn gekauft hat, den Kauf nicht vollzogen hat. Deshalb habe Plathner "unterschiedliche Verkaufsvarianten gesichert und bereits mit voneinander unabhängigen Investoren Kaufverträge geschlossen". Diese Verträge stünden noch unter Bedingungen. Letztlich werde nur ein Kaufvertrag geschlossen, teilte der Insolvenzverwalter mit. In der "besonderen Gläubigerversammlung" am kommenden Dienstag vor dem Amtsgericht Bad Kreuznach soll über das weitere Vorgehen entschieden werden. "Die weiteren Entwicklungen im Prozess sind offen", sagte Plathner. Welche Investoren Kaufverträge unterschrieben haben, teilte er nicht mit. Nach Informationen unserer Redaktion hat die Betreibergesellschaft des Nürburgrings einen notariell beurkundeten Kaufvertrag unterschrieben. Die NR Holding, hinter der als Haupteigentümer der russische Milliardär und Pharmaunternehmer Viktor Charitonin steht, soll dem Vernehmen nach 20 Millionen Euro für den Hahn bezahlt haben. Laut der Deutschen Presseagentur handelt es sich bei dem zweiten Käufer um einen Mainzer Immobilieninvestor namens Firmengruppe Richter. Das Unternehmen habe ebenfalls eine Kaufsumme auf ein sogenanntes Anderkonto überwiesen. Es hat sich genau wie NR Holding am internationalen Bieterverfahren für den Verkauf des Hahn beteiligt. Beide waren Swift Conjoy unterlegen.Während des Insolvenzverfahrens habe die Insolvenzverwaltung ein "ganzes Bündel an Sanierungsmaßnahmen umgesetzt, die den Flughafen Hahn wieder attraktiver für Airlines und Passagiere machen und es ermöglichen, den Geschäftsbetrieb im Rahmen des Insolvenzverfahrens fortzuführen und mögliche Alternativen umzusetzen", sagte Plathner. Der Flugbetrieb werde im Rahmen des Insolvenzverfahrens weiterhin vollständig fortgeführt. "Der Sommerflugplan 2023 wird weitere neue europäische Ziele enthalten, die nonstop ab Frankfurt-Hahn angeflogen werden", teilte der Insolvenzverwalter mit. |
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(Trierischer Volksfreund vom 04.02.2023)