Immer diese Miesmacherei!
Da würde man doch besser das "IFG - Institut für Gefälligkeitsgutachten" aus dem Raum Birkenfeld mal ran lassen.
Dann würden auch für den Rhein-Hunsrück-Kreis mit seinem geliebten Hahn die Zahlen passend gemacht und sicher einer der Spitzenplätze raus springen.

 Das 2007 - (Gefälligkeits- ?)Gutachten der Professoren Klophaus und Heuer: Regionalökonomische Bedeutung und Perspektiven des Flugplatz Hahn

Zurück zur Übersicht

drucken

Kreis mit wenig Wirtschaftsstärke
In der bundesweiten Rangliste des Magazins "Focus Money" liegt Rhein-Hunsrück weit abgeschlagen auf Platz 344

Wie schneidet der Rhein-Hunsrück-Kreis im nationalen Vergleich aller Landkreise und kreisfreien Städte ab? Was die Wirtschaftskraft angeht, alles andere als gut. Das ist Ergebnis des neuesten "Focus-Money Landkreisranking".
RHEIN-HUNSRÜCK. Im Vergleich der 429 Landkreise und kreisfreien Städte Deutschlands liegt der Rhein-Hunsrück-Kreis in puncto wirtschaftlicher Stärke ziemlich weit hinten. Der einstige Weltmeisterkreis in Sachen Lebensqualität landete in der Rangliste des Fachmagazins Focus Money weit abgeschlagen auf Platz 344.
In Rheinland-Pfalz ist Rhein-Hunsrück sogar drittletzter. Nur die Kreise Birkenfeld und Schlusslicht Kusel schneiden noch schlechter ab. Eine Kulturlandschaft von Weltrang und ein aufstrebender Regionalflughafen von bundesweiter Bedeutung machen den Bock offensichtlich noch nicht fett.
Das Magazin Focus Money hat jetzt im fünften Jahr hintereinander alle Kreise und kreisfreien Städte auf ihre Wirtschaftsstärke analysiert und dabei sieben Faktoren herangezogen: Arbeitslosenquote, Veränderung des Bruttoinlandsproduktes, verfügbares Einkommen privater Haushalte, Veränderung der Zahl der Erwerbstätigen, Investitionen im verarbeitenden Gewerbe je Beschäftigtem und die Veränderung der Bevölkerungsentwicklung.
Alle reden vom rasanten Aufstieg im Kreis - und haben dabei in erster Linie den Hahn im Blick. Focus Money registriert seit 2005 dagegen einen Abstieg im Vergleich mit den anderen Kreisen und kreisfreien Städten. Vor zwei Jahren nahm Rhein-Hunsrück noch den vorderen Mittelplatz 186 ein, sackte 2006 auf Rang 248 ab und verlor jetzt weitere 81 Plätze.
Bis auf Birkenfeld stehen laut Focus Money alle Nachbarkreise wesentlich besser da. Vor allem der kleinere und vermeintlich armseligere Kreis Cochem-Zell behauptet sich mit Platz 191 erstaunlichgut. Diesen Platz teilt sich Cochem-Zell mit Mayen-Koblenz. Beide Kreise haben haargenau die gleiche Punktzahl. Noch besser schneidet Bad Kreuznach (Platz 181) ab, am besten Mainz-Bingen. Der südliche Nachbar ist im Bund Fünfter und im Land ganz vorne. Dagegen ist auch der rechtsrheinische Nachbar Rhein-Lahn mit Platz 307 nicht gerade eine ökonomische Vorzeigeregion.

Vergleichsweise günstig ist im Rhein-Hunsrück-Kreis lediglich die Arbeitslosenquote. Sie lag 2006 im Jahresdurchschnitt bei 7,46 Prozent. In diesem einen Punkt schlägt unser Kreis Mayen-Koblenz (8,27 %) und Bad Kreuznach (9,29 %), unterliegt jedoch Rhein-Lahn (6,91 %), Cochem-Zell (5,73 %) und Bernkastel-Wittlich (5,30 %). Beim Faktor "Verfügbares Einkommen privater Haushalte" sind die 16 484 Euro pro Kopf (Stand von 2005) etwas mehr, als ein Cochem-Zeller (16 389) zur Verfügung hat. Aber die Bürger in den übrigen Nachbarkreisen - einschließlich dem tiefer rangierenden Birkenfeld - haben mehr Geld in der Tasche, am meisten die Mainz-Binger mit 20 111 pro Kopf.
Bei der Wertschöpfung der Erwerbstätigen - jeder Beschäftigte erwirtschaftete 2005 brutto 45 542 Euro - liegt Rhein-Hunsrück in etwa auf einer Linie mit Bernkastel-Wittlich, Bad Kreuznach und Rhein-Lahn und besser als Cochem-Zell und Birkenfeld.
Schlecht ist es im RheinHunsrücker Raum um die "Investitionen im verarbeitenden Gewerbe pro Beschäftigtem" bestellt. Sie lagen im Jahre 2005 bei 3743 Euro. Der Cochem-Zeller Beschäftigte investierte mit 7607 Euro mehr als das Doppelte. Auch Bernkastel-Wittlich (6858 Euro), Bad Kreuznach (6623 Euro) und Rhein-Lahn (4844 Euro) stehen besser da. Sogar Birkenfeld lässt mit 3986 Euro Investitionen im verarbeitendem Gewerbe je Beschäftigtem den Rhein-HunsrückKreis hinter sich.
Besonders gut schneiden die klassischen Industrie-Kreise ab. Mainz-Bingen verzeichnet 11 269 Euro an Investitionen und Mayen-Koblenz gar 12 090 Euro.
Minuspunkte brachte dem Rhein-Hunsrück-Kreis auch die Tatsache ein, dass die Zahl der Erwerbstätigen zwischen 2004 und 2005 um 1,98 Prozent zurückging. Das ist mehr als bei allen Nachbarn, während diese Zahl in Cochem- Zell stagnierte und in Bad Kreuznach sogar zunahm.
Der Bevölkerungsrückgang um 0,62 Prozent zwischen 2005 und 2006 ist weniger dramatisch. Da sehen andere Kreise wie Birkenfeld, Rhein-Lahn oder CochemZell etwas schlechter aus.
Das Rhein-Hunsrücker Bruttoinlandsprodukt ist von 2004 auf 2005 um 0,32 Prozent gewachsen. Immerhin ein positiver Wert und besser als der Rhein-Lahn-Kreis (+0,20 %). Mayen-Koblenz und Birkenfeld verzeichneten im gleichen Zeitraum einen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes. Allerdings legten die übrigen Nachbarkreise stärker zu.
Wolfgang Wendling

(Hunsrücker Zeitung vom 03.01.2008)