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Versprechungen bezüglich des Incoming-Tourismus am Flughafen Frankfurt-Hahn entpuppen sich als reine Bauernfängerei

Die Versprechungen bezüglich des Incoming-Tourismus am Flughafen Frankfurt-Hahn entpuppen sich als reine Bauernfängerei:

In der Mitgliederzeitschrift "Blickpunkt Wirtschaft" der Industrie- und Handelskammer Trier, Ausgabe 06/2011 findet sich unter der Überschrift "Gästestrukturen am Flughafen Hahn" nachfolgende Aussage des Geschäftsführers der Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH, Herrn Wolfgang Pollety:

"dass der Flughafen Hahn im Passagierbereich eine rückläufige Entwicklung zu verzeichnen habe und dieser in vielen Fällen zum Umstieg in weitere Destinationen genutzt werde. Lediglich 15 Prozent der Passagiere stellten Incominggäste dar, wobei besonders die Geschäftsreisende sowie die Besuche von Verwandten und Freuden von Bedeutung seien."
Artikel in Blickpunkt Wirtschaft der IHK Trier, Ausgabe 06/2011

Dies steht in krassem Gegensatz zur nachfolgenden Aussage des Geschäftsführers der Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH, Herrn Schumacher, vor dem Kreistag des Kreises Birkenfeld:

"Kamen zunächst 20 Prozent der Passagiere aus dem Ausland, sind es inzwischen 40 Prozent. Die Tendenz gehe auf 50 Prozent zu. "Schneller als ich erwartet habe", sagte Schumacher. Den Hunsrück als Ausgangsbasis für ausländische Gäste, die Europa bereisen wollen, könne er sich gut vorstellen, ..."
Hunsrücker Zeitung vom 27.09.2007

Da hat Herr Schumacher den Herrschaften im Kreistag aber ein paar schöne bunte Luftballons aufgeblasen. Im Nachhinein erscheinen da die Kreistagsmitglieder geradezu einfältig und leichtgläubig.
Auch Herr Achim Schlömer, Geschäftsführer der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH, scheint den Menschen gerne solche Luftballons mit der Aufschrift Incoming-Tourismus zu aufzublasen. Von ihm findet sich in unserem Archiv folgende Aussage: "Achim Schlömer geht davon aus, dass bis zu einem Drittel der drei Millionen Fluggäste ankamen, einen Urlaub in Rheinland-Pfalz verbringen wollen."
Hunsrücker Zeitung vom 18.04.2006

Die Krönung allerdings leisten sich die Professoren Klophaus, Schaper und Heuer, die in ihrem Gutachten bereits 2005 errechnet hatten, dass bereits im Jahr 2003 mindestens 522.000 Touristen durch den Hahn ins Land gekommen sind.
Dabei haben die 3 "Weisen" abgeleitet, dass 2.596 Arbeitsplätze durch den Flughafen Frankfurt-Hahn im Tourismusbereich entstanden bzw. abhängig sind. Gutachten Regionalökonomische Auswirkungen des Flughafens Frankfurt-Hahn in den Jahren 2003 bis 2015

Im Jahr 2010 betrug das Lokalaufkommen, d.h. ohne die Truppentransporte des US-Militärs, am Flughafen Frankfurt-Hahn ca. 3,4 Mio. Passagiere. Davon entfiel die Hälfte auf abfliegende und die andere Hälfte auf ankommende Fluggäste. D.h., ca. 255.000 Personen sind "Incominggäste" und nicht "Incomingtouristen". Man beachte den feinen Unterschied. In den 255.000 Personen sind aber auch noch die einreisenden Geschäftsreisenden enthalten und die Personen, die lediglich Verwandte und Freunde besuchen. Da bleibt für die "Incomingtouristen" nur noch wenig übrig.

Nach unserer Auffassung wurden mit dem Incomingtouristen insbesondere in der Zeit, als die Startbahnverlängerung sich in der Planungs- und Genehmigungsphase befand, die Kreis- und Verbandsgemeindeverwaltung geködert. Wir erwarten von den Volksvertretern in Zukunft etwas mehr über die Realisierbarkeit von solchen Projekten nachzudenken und nicht jedem, der Arbeitsplätze und Touristen verspricht, vorbehaltlos zu glauben.

(Newsletter der BI Nachtflughafen Hahn vom 05.08.2011)