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"Wünsch Mir Was" am Hahn geht in die nächste Runde. - Die Geschäftsleitung des Flugplatzes Hahn verkündet nach Blick in die Glaskugel einen Passagierboom von 2 Millionen für das Geschäftsjahr 2024.

Um das Wachstumsziel von 2 Millionen Passagieren für 2024 auf seinen Realitätsbezug hin zu überprüfen, ist es zunächst erforderlich, die Ausgangssituation, also die Passagierzahlen von 2023, genau zu beziffern.
Hier geisterten Zahlen wie 1,8 Millionen, 1,775 Millionen und 1,735 Millionen im Raum. Aus welchen Fingern sich diese Zahlen gesaugt wurden, ist uns nicht bekannt. Gemeinsam ist, dass sie falsch sind.
Auch die gemeldeten rund 1,7 Millionen sind in bester Hahner Tradition großzügig nach oben gerundet. Tatsächlich waren es 1.673.219 Passagiere, davon 35.653, zumeist uniformierte, Transitpassagiere.


Winterflugplan 2023/2024

Der Winterflugplan 2023/2024 ist wegen erheblicher Flugstreichungen, insbesondere bei Wizz Air, nicht geeignet, in den Monaten Januar bis März 2024 Passagierwachstum in nennenswertem Umfang zu generieren.
Einen ersten, wenn auch kleinen, Dämpfer haben die hochfliegenden Pläne des Hahner Managements um Peter Adrian und Rüdiger Franke bereits mit den Passagierzahlen im Monat Januar 2024 erhalten. Die Anzahl der Passagiere sank um 3.318 bzw. 2,78 % gegenüber dem Januar 2023.
Für den Februar lassen die Flugstreichungen, trotz des Schalttages, einen weiteren, wiederum kleinen Rückgang im Passagiergeschäft als möglich erscheinen. Der frühe Ostertermin könnte jedoch die Passagierzahlen im März retten. Zusammengefasst, in den ersten drei Monaten sind keine oder nur geringe Veränderungen gegenüber dem Vorjahr zu erwarten.


Sommerflugplan 2024

Flugziele

Stand heute, stehen im Sommerflugplan des Hahns 41 Flugziele. Im Sommerflugplan 2023 waren es 40 Flugziele. Die großartig angekündigten "neuen" Flugziele erwecken beim unbedarften Leser den Eindruck, dass es am Hahn aufwärtsgeht. Dies aber nur, weil verschwiegen wird, dass im Gegenzug fast die gleiche Anzahl an Flugzielen eingestellt wurde.

Wöchentliche Flugverbindungen

Bei den wöchentlichen Flugverbindungen gaukeln zeitlich versetzte Meldungen von "neuen" Flugzielen und Frequenzaufstockungen auf bestehenden Routen sowie ein angekündigtes "weiteres Wachstum" eine weitaus höhere Anzahl von Flugverbindungen gegenüber 2023 vor.
Tatsächlich steigt die Anzahl der wöchentlichen Flugverbindungen, d.h. ohne Berücksichtigung der jährlichen temporären Erhöhungen in der Hauptferienzeit, jedoch nur von 104 auf 108.

Ryanair stationiert dritte Maschine am Flugplatz Hahn Ryanair

Auch die Meldung, dass Ryanair einen dritten Flieger auf dem Hahn "stationiert", 100 Millionen Euro investiert und "30 Arbeitsplätze für hochqualifiziertes Personal in der Region schafft und mehr als 1.000 Arbeitsplätze unterstützt, ist bei näherer Betrachtung "die übliche Propaganda".

So wurde bei einer Analyse von Flugzielen und Flugverbindungen aller deutschen Standorte von Ryanair mit stationierten Maschinen herausgefunden, dass es am Hahn die durchschnittlich niedrigsten wöchentlichen Flugverbindungen je Flugziel gibt, und die "dritte" Maschine, wenn überhaupt, nur für die Hauptferienzeit gebraucht wird. Davor und danach reichen die zwei stationierten Maschinen völlig aus.


Acht wöchentliche Flüge im Sommerflugplan= + 40.000 Passagiere

Die Passagierzahlen von acht wöchentlichen Flügen (4x Start, 4 x Landung) lassen sich mit einfachem Dreisatz errechnen. In der Zeit von April bis Oktober 2024 gibt es 30,45 Wochen, die eingesetzten B 737-800 haben 189 Sitzplätze. Die Auslastung ist mit 85% durchaus realistisch. Ergibt in Summe ca. 40.000 Passagiere.


Differenz zu 2.000.000 Millionen Passagiere nach dem Sommerflugplan: 287.000

1.673.000 Millionen Passagiere + 40.000 Passagiere ergeben noch keine 2.000.000 Passagiere. Da fehlen noch ca. 287.000.


Passagierboom in den Wintermonaten November + Dezember 2024?

Alle Planungen und Hoffnungen scheinen daher auf den Winterflugplan 2024/2025 mit den Monaten November und Dezember 2024 ausgerichtet zu sein.
Das Management der Triwo Hahn Airport GmbH unter Leitung des Geschäftsführers, Herrn Rüdiger Franke, plant offensichtlich, angesichts der immer noch propagierten 2.000.000 Passagiere, mit jeweils einem Passagierplus von 143.500 für die Monate November und Dezember 2024.

Woher die kommen sollen, weiß nur das Orakel von Hahn.

Oder folgen die Geschäftsführer der Hahner Tradition: Erst mal ankündigen. Die Ausreden fallen uns später ein. Geglaubt wird uns so oder so alles.

Alternativ nimmt die Lufthansa, vielleicht auch die Bundeswehr, jeweils im Rahmen der Nachwuchswerbung oder Öffentlichkeitsarbeit, auf ihren nervenden Platzrunden stets ein paar Dutzend Bürger für Hahn mit auf den Rundflug. Angesichts des für 2024 zu erwartenden ausufernden Übungsflugbetriebs - irgendwie müssen die Einnahmeverluste aus dem abgestürzten Frachtgeschäft ja kompensiert werden - kämen so schnell abertausende von Fluggästen für die Statistik zusammen.

Weiterführende Links

(Newsletter der BI Nachtflughafen Hahn vom 05.03.2024)